Jabbas Segelbarke Alternative: Modbrix Wüstenschiff vs LEGO Jabbas Segelbarke
Zwei sehr unterschiedliche Interpretationen einer verdächtig bekannten Wüstenszene. Modbrix setzt auf ein kompaktes Microscale-Diorama für den Schreibtisch, LEGO baut einen fast 4000-Teile-Koloss mit elf Minifiguren.
Modbrix Wüstenschiff über Monstergrube


Wüstenschiffe, eine Monstergrube und mindestens eine Prinzessin in einem sehr denkwürdigen Outfit: Zwei Hersteller greifen hier dieselbe weit entfernte Galaxis auf und kommen zu komplett verschiedenen Ergebnissen. Modbrix liefert ein kompaktes Diorama für knappes Budget, LEGO einen hochpreisigen Koloss mit elf Minifiguren. Wir haben beide Sets gebaut und zeigen, welches für wen die bessere Wahl ist.
Modbrix Wüstenschiff über Monstergrube
Gesamteindruck
Mit dem „Wüstenschiff über Monstergrube" liefert Modbrix ein kleines Microscale-Diorama, das uns in eine weit entfernte Wüstenregion führt. Drei fliegende Schiffe schweben über einer wenig einladenden Grube, in der offensichtlich etwas auf seine nächste Mahlzeit wartet. Woher uns diese Szene bekannt vorkommt? Keine Ahnung. Aber sagen wir einfach: Wer sich mit gewissen Weltraum-Sagas auskennt, wird vermutlich nicht lange rätseln müssen.
Das Diorama ist bewusst klein und simpel gehalten. Entsprechend sollte man keinen enormen Detailgrad erwarten. Stattdessen konzentriert sich Modbrix darauf, die wichtigsten Merkmale der Szene mit möglichst wenigen Steinen einzufangen. Das gelingt vor allem bei den drei Schiffen ziemlich gut.
Durch deren unterschiedliche Größen und Höhen wirkt das fertige Diorama lebendiger, als es die kompakte Grundfläche zunächst vermuten lässt. Besonders das große Wüstenschiff fällt direkt ins Auge und bildet zusammen mit der Monstergrube den Mittelpunkt des Sets.
Insgesamt entsteht so ein kleines, aber durchaus ansehnliches Displaymodell. Es versucht nicht, ein hochdetailliertes Sammlerstück zu sein, sondern setzt auf Wiedererkennungswert und eine kompakte Präsentation.
Bauerfahrung
Der Bau ist passend zur Größe des Sets relativ kurzweilig. Den Anfang macht die Bodenplatte, und die gehört nicht unbedingt zu den spannendsten Abschnitten. Viel Sand, wenig Überraschung, eine Wüste eben. Optisch hätte die Landschaft gerne noch etwas abwechslungsreicher gestaltet sein dürfen.
Deutlich interessanter wird es anschließend bei der Monstergrube und den drei Schiffen. Hier kommen viele kleine Teile zum Einsatz, wodurch trotz des geringen Umfangs durchaus etwas Bauspaß aufkommt. Gerade bei Microscale-Modellen ist es immer wieder interessant zu sehen, wie mit wenigen Steinen bestimmte Formen erzeugt werden.
Das Highlight ist eindeutig das große Wüstenschiff. Trotz seiner kompakten Abmessungen ist die charakteristische Form gut getroffen und es macht Spaß, das Modell Stück für Stück entstehen zu sehen. Die beiden kleineren Schiffe fallen naturgemäß einfacher aus, ergänzen die Szene aber gut.
Insgesamt sollte man hier keine komplexen Bautechniken oder stundenlange Beschäftigung erwarten. Dafür eignet sich das Set hervorragend für eine entspannte Bausession zwischendurch. Bevor Langeweile entstehen kann, steht das fertige Diorama bereits vor einem.
Besonderheiten
Obwohl das Set eindeutig als Displaymodell gedacht ist, hat Modbrix dem großen Wüstenschiff noch eine kleine Überraschung spendiert: Die Seite lässt sich öffnen und gibt den Blick ins Innere frei.
Aufgrund des Maßstabs findet man dort natürlich keine detaillierten Räume oder Figuren. Stattdessen werden die Charaktere durch einfache Studs dargestellt. Das ist denkbar simpel, aber gleichzeitig eine charmante Idee. Wer die vollkommen unbekannte Vorlage kennt, kann sich ohnehin denken, wer hier ungefähr wo herumsteht.
Die Funktion ist für das eigentliche Diorama nicht notwendig, zeigt aber, dass man sich bei Modbrix ein paar zusätzliche Gedanken gemacht hat. Gerade bei einem kleinen Displayset sind solche versteckten Details willkommen.
Auch die gesamte Umsetzung der Szene ist eine Besonderheit für sich. Mit relativ wenig Material werden mehrere Schiffe, eine Landschaft und die zentrale Monstergrube auf einer kleinen Grundfläche untergebracht. Das Ergebnis funktioniert vor allem deshalb, weil Modbrix nicht versucht, mehr Details hineinzupressen, als der Maßstab sinnvoll zulässt.


Fazit
Das „Wüstenschiff über Monstergrube" ist ein sympathisches kleines Diorama, das mit einfachen Mitteln eine erstaunlich bekannte, natürlich rein zufällig bekannte, Szene auf den Schreibtisch bringt.
Die Bodenplatte dürfte gerne etwas abwechslungsreicher sein und aufgrund des Microscale-Formats muss man generell mit einem reduzierten Detailgrad leben. Besonders die Schiffe zeigen aber, dass auch mit wenigen Steinen ein hoher Wiedererkennungswert möglich ist. Das große Wüstenschiff gefällt uns dabei am besten und bekommt durch die aufklappbare Seite sogar noch ein kleines zusätzliches Feature.
Für wenig Geld erhält man hier ein schönes Displayset, das kaum Platz benötigt und sich deshalb perfekt für den Schreibtisch oder ein kleines Regal eignet. Der Bau ist kurzweilig, das fertige Modell sieht gut aus und Fans einer bestimmten weit, weit entfernten Galaxis dürften ohnehin sofort wissen, was sie vor sich haben.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten
LEGO Jabbas Segelbarke
Gesamteindruck
Klein und dezent war gestern. Mit „Jabbas Segelbarke" bringt LEGO einen echten Brocken auf den Tisch. Fast 4.000 Teile, 11 Minifiguren und ein vollständig ausgebauter Innenraum machen ziemlich schnell klar, dass wir uns hier in einer völlig anderen Gewichtsklasse bewegen.
Auf den ersten Blick ist die Segelbarke vor allem eines: mächtig. Das Modell besitzt eine beeindruckende Größe und steht standesgemäß auf einem schwarzen Displayständer. Von außen hält sich unsere Begeisterung allerdings etwas in Grenzen. Viel Braun, große Flächen und eine insgesamt recht massive Form sorgen dafür, dass die Barke aus manchen Blickwinkeln ein wenig wie ein sehr aufwendig gebauter brauner Klumpen wirkt.
Ganz anders sieht es aus, sobald die Seiten geöffnet werden. Hier zeigt das Modell seine eigentliche Stärke. Der Innenraum ist vollgepackt mit kleinen Details, unterschiedlichen Bereichen und natürlich zahlreichen Figuren. Plötzlich bekommt das Modell Leben und Charakter.
Ein kleiner Wermutstropfen sind die großen Kunststoffsegel. Sie erfüllen ihren Zweck und sehen ordentlich aus, Stoffsegel hätten unserer Meinung nach aber hochwertiger gewirkt und dem Modell etwas mehr Eleganz verliehen.
Bauerfahrung
Mit fast 4.000 Teilen ist „Jabbas Segelbarke" definitiv kein Modell für die schnelle Bausession am Sonntagvormittag. Interessanterweise bedeutet die hohe Teilezahl aber nicht, dass das Set besonders kompliziert wäre.
Der Bau der Grundstruktur und Außenhülle ist überwiegend recht einfach gehalten. Große braune Flächen und die massive Konstruktion sorgen allerdings auch dafür, dass sich manche Abschnitte etwas monoton anfühlen. Wer 4.000 Teile lang auf spektakuläre Bautechniken hofft, wird deshalb vermutlich etwas enttäuscht sein.
Deutlich spannender wird es beim Innenraum. Hier kommen mehr Kleinteile zum Einsatz und es entstehen nach und nach die verschiedenen Räume der Barke. Gerade diese Abschnitte machen Spaß, weil man ständig neue Details ergänzt und unmittelbar sieht, wie das Modell immer lebendiger wird.
Insgesamt ist die Bauerfahrung damit etwas zweigeteilt: Außen baut man hauptsächlich Masse, innen baut man Atmosphäre. Trotz der enormen Teilezahl bleibt das Set angenehm zugänglich und verzichtet auf unnötig komplizierte Konstruktionen. Man braucht Ausdauer, aber keinen Ingenieurstitel.
Besonderheiten
Das absolute Highlight der Segelbarke ist für uns der Innenraum. Die Seiten lassen sich öffnen und dahinter kommen vier unterschiedliche Bereiche zum Vorschein, die dem Modell deutlich mehr Charakter verleihen als die Außenansicht vermuten lässt.
Die verschiedenen Räume sind liebevoll eingerichtet und mit zahlreichen kleinen Details versehen. Genau hier merkt man, wo ein großer Teil der fast 4.000 Steine geblieben ist. Zusammen mit den 11 Minifiguren lässt sich die bekannte Filmszene hervorragend darstellen und die Barke wirkt tatsächlich bewohnt.
Und ja, auch Prinzessin Leia ist in ihrem berühmten Outfit dabei. Eine Minifigur, bei der vermutlich der eine oder andere langjährige Fan plötzlich ein auffällig großes Interesse an der Vollständigkeit seiner Minifigurensammlung entwickelt.
Schade ist dagegen, dass das Oberdeck vergleichsweise wenig zu entdecken bietet. Auch die bereits erwähnten Kunststoffsegel überzeugen uns nicht vollständig. Gerade bei einem hochpreisigen Displaymodell hätten Stoffsegel einen hochwertigeren Eindruck hinterlassen.
Die große Stärke bleibt deshalb eindeutig das Innere: Aufklappen, hineinschauen und entdecken macht bei dieser Barke deutlich mehr Spaß als die reine Außenansicht.

Fazit
„Jabbas Segelbarke" ist ein beeindruckendes LEGO Star Wars Set, allerdings eines mit zwei ziemlich unterschiedlichen Gesichtern.
Von außen bekommen wir ein großes, mächtiges Displaymodell, das aufgrund seiner Vorlage zwangsläufig sehr braun und massiv ausfällt. Die Außenhülle ist beim Bau stellenweise monoton und auch das Deck könnte interessanter gestaltet sein. Dazu kommen Kunststoffsegel, bei denen wir uns eine Ausführung aus Stoff gewünscht hätten.
Öffnet man die Barke, dreht sich der Eindruck jedoch deutlich. Die vier Innenbereiche sind hervorragend gestaltet, besitzen viel Charme und stecken voller kleiner Details. Gemeinsam mit den 11 Minifiguren entsteht hier genau die Lebendigkeit, die der Außenansicht etwas fehlt.
Bleibt der Preis und der ist, wie bei großen LEGO Star Wars Sets inzwischen fast schon traditionell, alles andere als zurückhaltend. Man bekommt dafür zwar knapp 4.000 Teile, viele Figuren und ein imposantes Sammlermodell, muss aber entsprechend tief in die Tasche greifen.
Unterm Strich überzeugt uns „Jabbas Segelbarke" vor allem durch ihre inneren Werte. Außen brauner Koloss, innen überraschend viel Leben, manchmal zählen eben doch die inneren Werte.
Bewertung: 7,0 von 10 Punkten

Modbrix Wüstenschiff über Monstergrube
- Charakteristische Schiff-Formen trotz Microscale gut getroffen
- Lebendiges Diorama durch verschieden große Schiffe
- Großes Wüstenschiff lässt sich seitlich öffnen
- Kurzweiliger Bauspaß ohne stundenlange Beschäftigung
- Hoher Wiedererkennungswert mit wenig Teilen
- Reduzierter Detailgrad durch kleinen Maßstab
- Bodenplatte wenig abwechslungsreich beim Bau
- Figuren nur als einfache Studs angedeutet

LEGO Jabbas Segelbarke
- 11 Minifiguren inklusive Prinzessin Leia im berühmten Outfit
- Vier liebevoll gestaltete Innenbereiche
- Beeindruckende Größe auf schwarzem Displayständer
- Bau trotz 4000 Teile angenehm zugänglich
- Vollgepackter Innenraum mit vielen Details
- Außenhülle wirkt beim Bau streckenweise monoton
- Große braune Flächen lassen das Modell massiv wirken
- Kunststoffsegel statt hochwertigerer Stoffsegel
- Oberdeck bietet im Vergleich zum Innenraum wenig
- Hoher Preis typisch für große LEGO Star Wars Sets